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Texte Expedition ins Gebiet Naryn (I) |
Die Jagd mit Hunden hat sich als sehr produktiv für den Menschen erwiesen. Ergänzend hat sich der Mensch jedoch auch noch andere Tiere für jagdliche Zwecke nutzbar gemacht, einschließlich verschiedener Greifvogelarten. Der Kirgisische Windhund Taigan, und dies ist eine weitere Stärke der Rasse, hat eine hohe Kooperationsfähigkeit für die Jagd mit domestizierten Greifvögeln. Beispielsweise sind Taigan und Steinadler perfekte Partner bei der Fuchsjagd. Aber auch andere Greifvögel werden in Kirgistan für die Jagd mit dem Taigan eingesetzt, so z.B. Adler, Falken, Habichte und Gerfalken. Um mit Taigan und Greifvogel jagen zu können ist es notwendig, zunächst die beiden Tiere aneinander zu gewöhnen und sie gemeinsam zu trainieren. Dieser Prozess ist lang und nicht unkompliziert, doch der Lebensstil der kirgisischen Jäger ist gut dafür geeignet, entsprechend mit den Tieren zu arbeiten. Der Taigan und der Greifvogel sind natürliche Jagdgefährten, da sie die selben Beutetiere haben. Dieser Sinn für Kooperation ist beim Hund durch seine Selektion nicht so ausgeprägt, doch der Vogel hat einen hoch entwickelten Instinkt, seinen Vorteil aus der Arbeit des Hundes zu ziehen. Dies sollte man während des Trainings bedenken. Lassen Sie uns zunächst den Trainingsprozess des Steinadlers betrachten: Der kirgisische Jäger holt den Adler entweder in sehr jungem Alter aus dem Nest, oder er fängt einen erwachsenen Vogel und domestiziert ihn. Der erste Weg ist der einfachere, insbesondere wenn man den Adler an den Taigan gewöhnen möchte. Wenn der Vogel schon als Küken an den Taigan gewöhnt wird, hat er auch keine Angst vor ihm, wenn er heranwächst. Der Schlüssel für ein gutes Verhältnis zwischen Hund und Adler liegt darin, dass der Hund dabei ist, wenn der Vogel gefüttert wird. Wenn der Adler erst im Erwachsenenalter gefangen wird, muss man ihn zunächst an Menschen gewöhnen, und dann erst an den Hund. Der Vogel muss sehen, dass ihm der Taigan nicht sein Futter streitig macht. Erst dann können Hund und Vogel weitergehend trainiert werden. Die meisten Jäger trainieren den Steinadler mit einem ausgestopften Tier, manche auch mit einem versteckten Fuchs oder mit einem Hasen, der an eine lange Kordel gefesselt ist. Während des Trainingsprozesses wird das ausgestopfte Tier auf dem Boden entlang gezogen und der Adler darf sich darauf stürzen. Wenn der Adler die Beute geschlagen hat, muss der Jäger so tun, als ob er ihm ein echtes Tier entwindet und das ausgestopfte Tier verstecken, während er den Adler gleichzeitig mit Fleisch füttert. Dabei nimmt er den Adler vorsichtig auf seinen mit einem Schutzhandschuh geschützten Arm. Während der Adler gefüttert wird, muss sich der Taigan in seiner Sichtweite befinden, um deutlich zu machen, dass der Hund keine Bedrohung darstellt. Der Jäger muss diesen Beutereflex wieder und wieder üben. Dabei muss der Adler auch darauf trainiert werden, nicht den Hund anzufliegen. Hierfür ist es notwendig, dass während des Trainings immer jemand neben dem Hund steht. Wenn der Adler diesen Teil des Trainings erfolgreich absolviert hat, kann der Taigan in das Training einbezogen werden. Ein ausgestopftes Beutetier wird in einer natürlichen Deckung versteckt, beispielsweise unter einem Busch oder zwischen Felsen. Der Taigan darf dann nach diesem Köder suchen und ihn aufnehmen. Während sich der Taigan mit seinem Fund beschäftigt, wird simultan ein weiteres ausgestopftes Tier aus der Deckung gezogen, und der Adler darf es schlagen. Wie schon zuvor, befreit der Jäger den Köder aus den Fängen des Adlers und füttert den Vogel zugleich mit Fleisch. Die Bedeutung dieser Übung liegt darin, den Adler daran zu gewöhnen, dass er das gleiche Wild jagt, dass von dem Hund aus der Deckung getrieben wird. In der nächsten Trainingsphase wird die Übung mit lebendem Wild wiederholt, üblicherweise mit Hasen. Der Taigan darf in einem Gelände stöbern, in dem sich der Jäger positioniert hat, um einen Hasen freizulassen, und der Adler darf zu seinem Erfolg kommen. Hierbei ist es zunächst wichtig, dass man den Taigan und den Adler beobachtet, um zu verhindern, dass sie sich in der Begeisterung der Jagd gegenseitig verletzen. Sobald sich die jagdliche Bindung zwischen den beiden Tieren durch die erfolgreiche Hasenjagd gefestigt haben, kann das Paar schrittweise mit der Jagd auf anderes Wild beginnen, beispielsweise auf Füchse und Wölfe. Das Training von Falken und Habichten erfordert die selben Methoden. Ich lasse hier zwangsläufig die vielen Zwischenschritte und Nuancen aus, die tatsächlich für das Zähmen und Trainieren von Greifvögeln notwendig sind. Was hier in aller Kürze dargestellt ist, ist in Wahrheit ein sehr komplizierter und anspruchsvoller Prozess, bei dem der Neuling einen erfahrenen Mentor braucht. Es ist unmöglich, alle meine Erfahrungen auf diesem Gebiet in einem kurzen Artikel zusammenzufassen und sie mit Ihnen zu teilen. Die Objekt der Jagd mit dem Taigan und dem Adler sind Hasen, Füchse, Wölfe, Schakale und manchmal auch Rehwild. Die Paarung aus Taigan und Habicht ist gut geeignet für die Jagd auf Hasen und Fasane, und mit dem Gerfalken wird auf Hasen, Fasane und Enten gejagt. Der Jäger, der sich dafür entscheidet, einen Taigan gemeinsam mit einem Greifvogel zu trainieren, sollte sich darüber bewusst sein, dass dies eine Partnerschaft ist, die über viele Jahre andauern wird. Ist sich der Jäger nicht sicher, ob er auf Dauer auf diese Weise jagen möchte, so ist dieses Training unnötig und sollte besser unterlassen werden. In einem solchen Fall ist es besser und einfacher, nur mit dem Hund oder nur mit dem Greifvogel zu jagen. Jede einzelne Jagdmethode hat ihren eigenen Reiz. So beispielsweise die berittene Jagd mit dem Taigan. Oder die Fuchsjagd mit dem Steinadler. Aber wenn man sich die Zeit für das notwendige Training nimmt und die Konsequenz hat, die Fuchsjagd zu Pferde und mit Taigan und Adler über viele Jahre auszuüben, wird man mit besonders faszinierenden Jagderlebnissen belohnt werden. Quelle: National Society Kyrgyz Taigan, 2002 Aus dem Englischen von Jan Scotland |
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