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Der sowjetische Rassestandard des Taigan von 1964

Zu Beginn der sechziger Jahre wurde unter Federführung des russischen Kynologen S. Minjuchin der erste Rassestandard für den Taigan ausgearbeitet, der 1964 vom kynologischen Rat der damaligen Sowjetunion angenommen wurde. Dieser Standard wurde 1996 durch den neuen, in Kirgistan erarbeiteten Rassestandard ersetzt. 


Windhund Taigan

Rassestandard (1964 - 1996)

Taigan ist eine Windhundrasse von der Gruppe uralter, mittelasiatischer Windhunde. Sie hat sich gebildet unter den klimatischen Bedingungen der kirgisischen Landschaft und ihrer Gebirge. Sie hat sich verbreitet in den Berggebieten Kirgisiens, überwiegend aber im Gebiet um den Tien-Schan. Dadurch ist sie besonders gut geeignet für Arbeiten in zwei- bis dreitausend Metern Höhe über dem Meer. Der Taigan hat folgende Arbeitsfähigkeiten der Jagdhunde:

Genügend Beweglichkeit, scharfen Blick, Killerfähigkeit, starke Jagdschärfe, guten Spürsinn, er arbeitet gut beim Wildspurverfolgen und ist geeignet zum Dauerlauf während der Jagd.

Der Taigan eignet sich für die Jagd auf den Fuchs, das Murmeltier, den Dachs, die Wildkatze und den Steppenfuchs. Er jagt gut auf sämtliche Huftiere.

Ein Paar grosse, starke, gut miteinander arbeitende Taigane können den Wolf halten. Nicht selten benutzen die Jäger den Taigan zur gemeinsamen Jagd mit einem Steinadler. Für die Hasenjagd ist der Taigan nicht geeignet.

Aussehen, Konstitution, Charakter

Der Hund ist mittelgross und grösser. Die Wristhöhe bei Rüden beträgt 65-70 cm, bei den Hündinnen 60-65 cm. Rüden sowie Hündinnen sollen in der Kreuzhöhe 1-2 cm weniger als die Wristhöhe haben. Die Länge soll bei Rüden 105 cm und bei Hündinnen 107 cm betragen. 

Charaktertyp

Ausgeglichen und lebhaft. Der Hund verhält sich in der Wohnung ruhig, sogar phlegmatisch. Beim Blick auf Wild reagiert er sehr aufgeregt.

Allüren bei der Jagd auf Wild - langsamer Trab, Gang oder Tritt, bei der Wildverfolgung in voller Karriere.

Mängel: Falsches Format, grobe Körperformen, stumpfe Winkelungen der Läufe, zu kurze Läufe, zu langes Format.

Rüde kleiner als 65 cm, Hündin kleiner als 60 cm.

Fehler: Grobes, rohes Format, Wristhöhe bei Rüden weniger als 62 cm und bei Hündinnen weniger als 57 cm.

Färbung

Schwarz, schwarz mit weissen Flecken (diese Färbung findet man öfter), rot, grau, gewölkt (möglich in verschiedenen Farben), weiss und dunkle Farben können zusammen mit weiss und Brand auftreten. Die Nase muss bei allen Farben tief schwarz sein.

Farbenfehler: Kaffeefärbung, Marmor und Flecken in verschiedenen Grössen.

Fell

Weich, halblang, dicht, im Winter entwickelt sich Unterwolle, vorderer Teil des Kopfes (Schnauze) kurzhaarig, an den Vorderläufen vorne in der Höhe des Ellenbogens und am vorderen Teil der Hinterläufe vom Kniegelenk bis zur Pfote kurz, Befederung der Vorderläufe lang, lockig bis kraus. Lang und dicht auf dem hinteren Teil des Kopfes und Halses bis auf die Schultern und Brust und bis zum Ellenbogen. Stark entwickelt auf Schenkeln, Innenschenkeln, bedeckt den hinteren Teil der Hinterläufe (Befederung) und Pfoten. An den Ohren sehr schön entwickeltes weiches, lockiges, langes und dichtes Haarkleid, überdeckt die Ohren, das Haar ist länger als die Ohren um 5-8 cm und manchmal auch mehr.

Solche Verteilung des Felles ist überaus charakteristisch für die Rasse Taigan. Zwischen den Zehen starker Haarwuchs, bedeckt auch den Unterteil der Pfote.

Deckhaar lang, lockig bis kraus.

Mängel: Nicht genug entwickeltes Haarkleid am ganzen Körper.

Fehler: Schwach entwickeltes, kurzes Haarkleid, kurz entwickeltes oder fehlendes Haarkleid auf den Ohren.

Haut, Muskulatur, Knochenstruktur

Feste, aber elastische Haut, darf keine Falten haben, Muskulatur sehr gut entwickelt, besonders an der Hinterhand und im Lendenbereich und Rücken. Knochen sind stark, aber nicht schwer.

Mängel: Haut ist schlaff und hat Falten, nicht genügend entwickelte Muskulatur.

Fehler: Sehr schwerer, grober Knochenbau, schlecht entwickelte Muskulatur.

Kopf

Länglich, trocken, etwas massiv, beim Blick von oben keilförmig mit etwas breitem Schädel. Scheitelkamm ist schwach entwickelt, Hinterhauptstachel ist nicht stark entwickelt, Übergang von der Stirn zur Nase ist fliessend, schwach entwickelt.

Nasenrücken gerade oder erkennbar ganz leicht gewölbt. Lefzen fest anliegend zum Kiefer, ohne zu hängen und sich zu kräuseln.

Mängel: Rohe, grobe, überflüssig breite Stirn, scharfer Übergang von der Stirn zur Nase. Scharfer Nasenrücken. Nicht richtige Proportionen von Nase zu Schädel, zu stark entwickelter Hinterhauptstachel.

Fehler: Kopf roh, grob, breitstirnig mit stark hervorstehenden Backenknochen. Alle oben genannten Mängel, wenn sie stark entwickelt sind, sind Fehler. 

Ohren

Hängende, dünne Ohren, ohne Falten abgerundet an den Enden, gut anliegend zum Kopf, angesetzt an der Linie der Augen, Länge 12-14 cm, mit dichtem, gut entwickeltem Behang.

Mängel: Zu niedrig oder zu hoch angesetzte Ohren, Falten, nicht eng anliegend zum Kopf.

Fehler: Ohren auf dem Knorpel.

Augen

Ziemlich grosse, mandelförmige in der Schräglage braune oder dunkelbraune Augen, egal bei welcher Fellfärbung des Hundes.

Mängel: Kleine Augen, leicht ins gelbliche gehender Farbton der Augen.

Fehler: Kleine und tiefsitzende Augen, runde oder vorstehende Augen, gerade gestellte Augen, Augen mit dicken, hängenden Augenlidern. 

Zähne

Starke, grosse, weisse, dicht aneinander liegende Zähne; Scherengebiss.

Mängel und Fehler: Es sind die gleichen wie bei allen anderen Jagdhunderassen. 

Hals

Genügend lang, hoch getragen, leicht angedrückt von beiden Seiten, trocken.

Mängel: Etwas kurz, nicht hoch getragen, leicht massiv.

Fehler: Kurz, schwer und roh, rund (im Querschnitt), tief getragen. 

Brust

Breit, Brusttiefe bis zum Ellenbogen, Brustkorb im Schnitt verengtes Oval. Alle Rippen gut entwickelt.

Mängel und Fehler: (Wenig erkennbar = Mangel, erkennbar = Fehler) nicht genügend entwickelt, eng, nicht genügende Brusttiefe, flache Brust. 

Widerrist: Gut entwickelt, erkennbar. 

Rücken

Leicht nach oben wölbend oder gerade, breit und muskulös, hinter dem Widerrist ist typisch die leicht kurze Wölbung nach unten.

Mängel: Schmal, nicht genügend muskulös, nicht genügend Rückenspannung.

Fehler: Durchhängender Rücken. 

Kreuz

Gut entwickelt, leicht gewölbt.

Mängel: Schlecht entwickelt, flach. 

Kruppe

Breit, lang, leicht abfallend. Die Breite zwischen den Beckenknochen beträgt 6-8 cm.

Mängel: Eng und kurz.

Fehler: Flaches Kreuz. 

Bauch

Gut eingezogen, aber ohne zu scharfe Kontur.

Mängel: Schwach eingezogen, zu scharfe Kontur. 

Vorderläufe

Trocken, knochig und muskulös, beim Blick von vorne: Gerade und parallel, Ellenbogen leicht nach hinten gerichtet, Unterarm im Schnitt oval, Mittelhand genügend lang, leicht gewinkelt oder senkrecht.

Mängel: Kurze Beine, steile Winkelungen, weiche Mittelhand.

Fehler: Steile Schulter und Ellenbogen nach innen oder aussen gedreht, Pfoten nach innen, breiter Stand. 

Hinterläufe

Beim Blick von hinten: Gerade und parallel, beim Stehen etwas breiterer Stand als die Vorderläufe und leicht nach hinten gezogen, mit langen Unterschenkeln.

Gut entwickelte Winkelungen.

Gut proportionierte Gliedmassen im Verhältnis zueinander, trocken mit gut entwickelter Muskulatur.

Kniegelenk gut entwickelt und scharf erkennbar, Mittelfuss lang, leicht gewinkelt oder senkrecht.

Mängel oder Fehler: (Wenig erkennbar = Mangel, stark erkennbar = Fehler) schmaler Stand, zu schwache Winkelungen der hinteren Gliedmassen, kurzer, zu kurzer, stark gewinkelter oder zu gerader Mittelfuss, steifer Stand, nicht genügend Muskulatur. 

Pfoten

Oval mit dicht zusammengezogenen Zehen, Zehen leicht gebogen, Krallenspitzen zeigen gegen die Erde. Zwischen den Zehen Haarbewuchs.

Mängel: Leicht runde Pfoten mit nicht zusammengezogenen Zehen.

Fehler: Flache Pfoten mit gespreizten Zehen. 

Rute

Nicht dick und nicht lang. Säbelform, am Ende gebogen zum Kringel, der Kringel öffnet sich nicht. Die Wirbel der letzten Hälfte der Rute sind zusammengewachsen. Der Kringel darf nicht tiefer sein als das Sprunggelenk. Normalerweise ist die Rute etwas höher getragen. Im Ruhestand lässt der Hund die Rute herunterhängen, im Gang hält der Hund die Rute in Höhe des Rückens oder etwas höher. Die Befederung der Rute ist nicht zu stark entwickelt.

Mängel: Zu langer oder zu kurzer Schwanzkringel, leicht zur Seite oder auseinandergebogen, zu stark oder zu schwach entwickelte Behaarung.

Fehler: Schwere Rute mit dichter Behaarung, das Ende der Rute seitwärts getragen. Absolut ohne Kringel am Ende der Rute, zu hoch getragene Rute (über den Rücken).  

Aus dem Russischen von Helena Buroh