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Texte
Expedition ins Gebiet Naryn (I) |
Fachrichter
der zweiten Kategorie. Veröffentlicht
in: “Ochota
i Ochotnitschje Chosjaistwo” (Sowjetisches Journal für Jagd und
Jagdwesen) Nr. 5/1964 In
Kirgisien wird schon seit langer Zeit eine lokale Windhundrasse gezüchtet
- der Taigan. Der Taigan eignet sich für die Arbeit in den Bergen und Hügeln. Das Hauptverbreitungsgebiet der Rasse ist das Tienschan-Gebirge. Dieser Windhund ist bestens angepasst an härteste klimatische Bedingungen und hat ein wärmendes Fell. Ihre besondere Anatomie und Physiologie ermöglicht es der Rasse, hervorragende Leistungen in Höhenlagen von 2000 bis 3000 m. ü. M. zu erbringen. Diese Hunde sind den Bedingungen ihrer gebirgigen Heimat exzellent angepasst. Der Taigan besitzt sehr hohe jagdliche Qualitäten und ist ausdauernd und widerstandsfähig. Die Hunde arbeiten perfekt mit dem Geruchssinn. Alle diese Qualitäten erlauben einen vielfältigen jagdlichen Einsatz des Taigan. Die kirgisischen Berufs- und Amateurjäger setzen den Taigan zum Fang von Füchsen, Wildkatzen, Murmeltieren, Dachsen u.a. ein. Ein Paar gut kooperierender Taigane kann einen Wolf so lange festhalten, bis der berittene Jäger zur Stelle ist. Sehr oft setzt der Jäger den Taigan zusammen mit einem Königsadler ein. Der Taigan wird auch erfolgreich zur Jagd auf Huftiere eingesetzt. Leider wird der Taigan in der Regel nicht zur Hasenjagd eingesetzt. Nur einzelne Jäger gehen mit dem Taigan auf die Jagd nach Hasen. Derzeit befindet sich die Rasse Taigan in einer Phase der Degeneration. Durch unsere Beobachtungen sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass der Taigan ein mittelgrosser bis grösserer Hund ist. Er ist sehr stark gebaut und sehnig. Die Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 62 bis 70 cm (selten grösser), die Hündinnen sind zwischen 56 und 64 cm gross. Die Rückenhöhe in der Lendengegend entspricht der Schulterhöhe, selten ist sie höher oder niedriger. Der Rücken des Taigan ist etwas gebogen. Der Längenindex ist für den Rüden 150, für die Hündin 107. Das Fell ist meistens einfarbig schwarz, grau, rötlich (Rottöne in verschiedenen Abstufungen) und weiss. Bei dunkler Färbung können weisse Abzeichen oder Fleckung auftreten. Das Fell ist weich, länger, dichtes Haar mit Unterwolle. Im Vordergesicht und am Vordermittelfuss ist das Fell kurz. Das Haar an den Körperseiten ist lang, wellig, gekräuselt und sogar gelockt. Das Fell ist länger am hinteren Teil des Schädels, im Nacken, auf den Schultern und fällt bis auf den Unterarm. An den Hinterläufen ist das Fell besonders entwickelt auf den Schenkeln und an der Hinterseite der Beine; es fällt bis herab auf die Füsse. Auf den Füssen wächst ebenfalls längeres Fell. Der Taigan besitzt einen sehr kräftigen Knochenbau, seine Muskulatur ist gut entwickelt, besonders im Bereich der Hinterhand, am Rücken und im Lendenbereich. Der Kopf des Taigan ist, verglichen mit dem eines anderen Windhundes, des kasachischen Tasy, etwas schwerer, massiver und breiter. Die Ohren sind Hängeohren, 12 bis 14 cm lang, und weisen starke Behänge auf, die an kaukasische Filzjacken erinnern. Die Ohren sind in Augenhöhe angesetzt. Der Stop ist nur schwach ausgeprägt. Die Augen sind gross, die Augenlider schräg gestellt. Die Augenfarbe ist braun in verschiedenen Tönungen bis fast schwarz. Die Organe für Atmung und Bewegung sind sehr gut ausgebildet. Die Füsse sind oval, fest, die Zehen sind eng gestellt. Die Rute ist nicht übermässig lang und besitzt die Form eines Säbels. Das Rutenende ist aufgerollt, die Rutenwirbel sind an dieser Stelle steif. Das sind die Qualitäten, die das Aussehen des Taigans charakterisieren. Derzeit gibt es so einen reinrassigen Windhund selten. In den letzten zehn Jahren haben sich die lokalen Jagdorganisationen und besonders die kirgisische Konsumgenossenschaft für die Zucht und Entwicklung der Rasse nicht genug eingesetzt, obwohl gerade sie für diese Reinrassigkeit Interesse zeigen sollten. Peter Zygarew, der lange Zeit mit den Berufsjägern Kirgisiens tätig war und zur Zeit Leiter der staatlichen Umweltorganisation der Kirgisischen SSR ist, teilte mit, in den Jahren 1938 bis 1954, ausgenommen die Kriegsjahre, habe er mit dem Züchter I. Gontscharow jährlich die jungen Hunde zur Körung vorgestellt. Zygarew habe Hinweise über die Deckakte, kontrollierte Zucht und Haltung der jungen Hunde gegeben. Die Besitzer der besten Hunde wurde geehrt, erhielten Geldgeschenke, welches die Rassezucht positiv beeinflusste. Leider sind Angaben über die Körung und Zucht dieser Rasse, ausser von der Körung in Djambul, nicht vorhanden. Was für Ursachen haben die Rasse zur Degeneration gebracht? In erster Linie unkontrollierte Deckakte. Die Hündinnen wurden von zufälligen Rüden gedeckt. Ausserdem wurden auch zu junge Hündinnen eingesetzt. Ebenfalls kreuzte man zwei verschiedene Rassen, den Taigan und den kasachischen Windhund Tasy. Dadurch ist in Südkirgisien ein reinrassiger Taigan fast nicht zu sehen, da in dieser Region eine derartige Mischung vorgekommen ist. Die Berufsjäger, die infolge dieser Mischung die Degeneration der Rasse sehen, achten aus diesem Grunde besonders auf die Reinrassigkeit. Aber das sind leider nur wenige. Die typischen reinrassigen Windhunde Taigan sind noch in den Tienschan-Gebirgen zu sehen. Es gibt angeblich ca. 200 - 300 Exemplare. Es wäre erforderlich, ernsthafte, planmässige Zucht dieser Rasse zu organisieren, Register der erhaltenen reinrassigen Hunde zu führen, um dieser wunderschönen Rasse eine Neubelebung zu verschaffen. Es wäre notwendig, die jungen Hunde regelmässig zur Körung vorzustellen und in den Hauptverbreitungsgebieten von Kynologen beobachten zu lassen. Wünschenswert wäre es auch, den vorübergehenden Standard zu erstellen, bevor man mit der Zucht beginnt. Die günstigste Zeit dafür wäre die zweite Septemberhälfte bis Ende Oktober, wenn die Murmeltierjagd zu Ende ist, aber die Fuchsjagd noch nicht begonnen hat. Man
kann diese Arbeit auch im Mai durchführen, bevor die Murmeltierjagd
beginnt. Aber um diese Jahreszeit ist es nicht einfach, die Jäger
zusammenzubringen, weil viele von ihnen bereits das Vieh auf der Weide hüten
müssen. Aus dem Russischen von Sandra Jüntschke und Larissa Reuter |
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