Flagge der Kirgisischen Republik

 

Home

Der Taigan

Texte

Articles in English

Статьи на  русском языке

Rassestandard

Ausstellung in Bishkek 2002

Jagd am Issyk-Kul

Jagd mit Adlern

Expedition ins Gebiet Naryn (I)

Expedition ins Gebiet Naryn (II)

Steinbockjagd bei Kegeti

Taigan-Welpen

Landschaften

Links


Der Taigan-Rassestandard 

Der Rassestandard des Taigan ist bisher zwar nicht von der FCI anerkannt, doch er geniesst innerhalb Kirgistans die offizielle Anerkennung der staatlichen Stellen und er bildet in den Ländern, in denen ausserhalb Kirgistans Taigane zu finden sind (z.B. Russland, Estland) die Grundlage für die Zucht der Rasse.


Kirgisischer Windhund – Taigan

Rassestandard 

Angenommen vom Republikanischen Kynologischen Rat der Kirgisischen Republik am 6. Dezember 1995 

Bestätigt durch Erlass des Ältestenrates der Jagdkommission im Umweltministerium der Kirgisischen Republik am 1. Februar 1996 

Übersetzung: Frau Gabriele Schröter, Herr Jan Scotland

Der Taigan ist eine Rasse aus der uralten Gruppe mittelasiatischer Windhunde. Diese Rasse wurde in der extremen Gebirgsumwelt Kirgistans geformt. Die Rasse ist in den Gebirgsregionen der Republik verbreitet, speziell im Tien Shan. Der Taigan ist in der Lage, in zerklüftetem Terrain und in Höhen von zwei- bis viertausend Metern über dem Meeresspiegel zu arbeiten.  

Der Taigan hat die hervorragenden Qualitäten eines Jagdhundes: Gewandtheit, Jagdtrieb, scharfer Blick, ausdauernde Fähigkeit zum Fang der Beute, Wildheit bei Sicht auf das Wild, geschärfter Geruchssinn bei der Verfolgung der Geruchsspur des Wildes, die Ausdauer für eine lange Jagd unter extremen alpinen Bedingungen und exzellente Eignung zum Bewachen. 

Der Taigan wird verwendet zur Jagd auf Steinböcke (in der Vergangenheit für das Marco-Polo-Schaf), Rehwild, Fuchs, Korsak (kleiner Fuchs), Dachs und Wolf, und zur koordinierten Jagd mit dem Steinadler. Die Jagd auf den Hasen – Tolai – ist allerdings eine Ausnahme.  

Gesamterscheinung, Konstitutionstyp und Verhalten

Der Hund ist grösser als mittelgross. Die minimale Widerristhöhe ist beim Rüden 65 cm, bei der Hündin 60 cm. Beide Geschlechter sollen in der Kreuzhöhe 1-2 cm mehr als die Widerristhöhe haben. Der Längenindex des Rüden ist ca. 105, derjenige der Hündin ca. 107. 

Charaktertyp

Ausgeglichen, aktiv. Der Hund ist die meiste Zeit ruhig, sogar phlegmatisch. Aber beim Anblick von Wild reagiert er sehr aufgeregt. Der Taigan hat ein bemerkenswertes Gangwerk, und, bevor er Sicht auf Wild aufgenommen hat, bewegt er sich im Trab, doch bei der Verfolgung läuft er mit maximaler Geschwindigkeit

Mängel: Fehlende Trockenheit, übertriebene Grobheit oder zu leichtes Gebäude, nicht proportionsgerechte Länge der Läufe, kurzer und untersetzter Rahmen, Höhe grösser als Körperlänge, zu langes Format, Grösse des Rüden weniger als 65 cm, Grösse der Hündin weniger als 60 cm.

Fehler: Grobes, rohes Format, schwache Konstitution. Widerristhöhe bei Rüden weniger als 62 cm und bei Hündinnen weniger als 57 cm. 

Färbung. Schwarz, schwarz mit weissen Abzeichen (diese Färbung findet man am häufigsten), grau, braun und fahlgelb (oder andere Schattierungen dieser Farben), weiss, gescheckt. Bereiche dunkel gefärbten Fells können weisse Abzeichen aufweisen.

Mängel: Rot, unsymmetrische Verteilung der Farbe, Flecken an den Läufen in einheitlicher Farbe.

Fehler: Kaffeefarbene Marmorflecken, Tricolor, Flecken an den Läufen in unterschiedlicher Farbe. 

Haarkleid. Weich, lang und dicht. Im Winter entwickelt sich Unterwolle. Der Fang, die Vorderseite des Schädels, die Frontseite der Vorderläufe (vom Vorderfusswurzelgelenk bis zu den Pfoten), Teile der Hinterläufe (vom Sprunggelenk zu den Pfoten) sowie der Rücken und die Flanken sind mit kurzem Haar bedeckt. Schönes, langes, welliges Haar (in Längen von 7 cm oder mehr) entwickelt sich auf dem Oberkopf (dabei wird das Haar von der Front zur Rückseite des Schädels progressiv länger), am Hals, Schultern, auf dem Unterarm, an der Rückseite der Vorderläufe bis zum Vorderfusswurzelgelenk. Das Haar ist sehr gut entwickelt in der Oberschenkelgegend sowie rund um den Unterschenkel. Mitunter bedeckt das Haar auch die Pfoten und den hinteren Mittelfuss. Auch vom Zentrum des Rippenbogens nach aussen wächst langes und dichtes Haar. An den Ohren weiches, welliges Haar mit einer Länge von 5-8 cm. Zwischen den Zehen raues Haar. An der Unterseite der Rute kein langes, dichtes Haar. Diese Verteilung eines schönen Haarkleides ist typisch für den Taigan.

Mängel: Unzureichende Fellbedeckung einzelner Teile des Körpers.

Fehler: Schwach entwickeltes, kurzes Haarkleid, kurzes Haar auf den Ohren. Fehlen eines langen Haarkleids im Winter. 

Haut, Muskulatur, Knochenstruktur. Die Haut ist kräftig, elastisch, ohne Wamme. Die Muskulatur ist sehr gut entwickelt, besonders in der Hinterhand und im Lendenbereich. Der Knochenbau ist stark, aber nicht schwer.

Mängel: Haut ist schlaff und hat Falten. Nicht gleichmässig entwickelte Muskulatur.

Fehler: Schwerer, grober Knochenbau. Schwach ausgebildete Muskulatur. 

Kopf. Lang, schmal und trocken. Von oben gesehen, ist der Kopf keilförmig mit breitem Schädel. Der Scheitelkamm ist schwach entwickelt, der Hinterhauptstachel ist nur leicht ausgeprägt. Die Lefzen liegen fest an, ohne lose Partien.

Mängel: Nicht trocken, Grobheit, breiter Vorderkopf, steiler Stop, spitzer Fang, nicht richtige Proportionen zwischen der Länge des Fanges und derjenigen des Schädels, jegliche übermäßige Ausprägung der hinteren Schädelpartie.

Fehler: Kopf mit stark hervorstehenden Backenknochen. Alle oben genannten Mängel, wenn sie stark entwickelt sind, sind Fehler.  

Ohren. Hängend, dick und ohne Falten. Die Enden sind gut abgerundet. Die Basis ist gut anliegend am Kopf, angesetzt in Augenhöhe oder tiefer. Die Ohren sind lang, etwa 12-14 cm, und bedeckt mit langem, manchmal welligem Haar.

Mängel: Zu niedrig oder zu hoch angesetzte Ohren. Ohren mit Falten, nicht eng anliegend am Kopf, sowie das Fehlen einer angemessenen Haarbedeckung.

Fehler: Abstehende oder kahle Ohren. 

Augen. Gross, oval, schräg gestellt. Braun oder haselnussbraun, unabhängig von der Fellfärbung des Hundes.

Mängel: Kleine Augen, gelber Farbton.

Fehler: Kleine und tiefsitzende Augen, runde oder vorstehende Augen. Augenlider mit ungesundem Erscheinungsbild.  

Nasenschwamm. Gross, breit, schwarz unabhängig von der Fellfärbung des Hundes.

Mängel: Zu kleiner Nasenschwamm. Fleckige Pigmentierung.

Fehler: Braun, weisse Fleckung. Nase eingedellt.  

Zähne. Starke, grosse, weisse Zähne. Dicht aneinanderstehend. Scherengebiss.

Mängel und Fehler: Wie bei allen Hunderassen, wird das gelegentliche Fehlen von maximal einem Prämolar toleriert. 

Hals. Lang, hoch getragen, an den Seiten flach, trocken.

Mängel: Kurzer Hals, nicht hoch getragen, rund.

Fehler: Schwer, grober und untersetzter Hals.  

Brust. Breit, tief. Brustkorb im Schnitt oval, falsche Rippen sind gut entwickelt.

Mängel und Fehler: Abhängig von der Ausprägung. Enge Brust mit fehlender Tiefe.

Widerrist. Ausgeprägter Widerrist.  

Rücken. Gerade, breit und muskulös. Die leichte Wölbung nach unten hinter dem Widerrist ist typisch.

Mängel: Schmal, nicht genügend muskulös, weich.

Fehler: Karpfenrücken oder durchhängender Rücken. 

Lendengegend. Gut entwickelt, leicht nach oben gewölbt.

Mängel und Fehler: Abhängig von der Ausprägung. Schmale und flache Lenden. 

Kruppe. Breit, lang, leicht abfallend. Die Breite zwischen den deutlich hervorstehenden Hüfthöckern ist gut ausgeprägt, nicht weniger als 8 cm.

Mängel: Schmal, kurz, breit oder gerade.

Fehler: Gerade Kruppe. 

Bauch. Gut aufgezogen, aber nicht zu steil.

Mängel und Fehler: (Abhängig von der Ausprägung) Schwach aufgezogen, zu trocken. 

Vorderhand. Muskulös aber trocken, knochig, sehnig. Von vorne gesehen, gerade und parallel. Ellenbogen deutlich nach hinten gerichtet. Unterarm im Schnitt oval. Vordermittelfuß lang, senkrecht und im Schnitt oval.

Mängel: Kurze Läufe, schräger, weicher Vordermittelfuss.

Fehler: Vorderläufe nach innen gedreht, ausgedrehte Pfoten, Vordermittelfuss nach hinten gebogen.  

Hinterhand. Von hinten gesehen sind die Läufe gerade und parallel, doch breiterer Stand als die Vorderläufe. Die Hinterläufe sind leicht nach hinten gestellt, mit langen Unterschenkeln, und die Winkelungen der Gelenke sind gut betont. Die Hinterläufe sind trocken und sehr stark bemuskelt. Das Sprunggelenk ist gut entwickelt und deutlich gewinkelt. Mittelfuss lang und senkrecht.

Mängel oder Fehler: (Abhängig von der Ausprägung) Jede enge Stellung der Pfoten, waagerechte Kruppe, Winkelungen, die zu schwach ausgeprägt sind. Kurzer und sehr schräg gestellter Mittelfuss, zu weite oder zu enge Stellung der Sprunggelenke. 

Pfoten. Oval mit gut geschlossenen Zehen. Krallenspitzen sind nach unten gerichtet. Zwischen den Zehen harter Haarbewuchs.

Mängel: Runde und weiche Pfoten.

Fehler: Flache Pfoten mit gespreizten Zehen. 

Rute. Säbelförmig. Weder dick noch lang. Das Ende der Rute ist zu einem Ringel gebogen, der niemals eine komplette Streckung der Rute zulässt. Die letzten Wirbel im Ringel sind zusammengewachsen. Der Ring darf nicht tiefer als bis zum Sprunggelenk reichen, üblicherweise nicht ganz dort hin. Im Ruhezustand wird die Rute tief getragen. In der Bewegung hält der Hund die Rute in Höhe des Rückens oder etwas höher. Die Befederung an der Unterseite der Rute ist nicht stark entwickelt.

Mängel: Zu lange oder kurze Rute, Rute seitwärts gebogen. Ringel nicht komplett. Auseinandergebogener oder unvollständiger Ring, zu starke Befederung an der Unterseite der Rute. Schwere Rute mit zu grossem Ringel.

Fehler: Schwere Rute mit übermäßig dichter Behaarung, das Ende der Rute seitwärts getragen. Totales Fehlen eines Ringels. Absolut ohne Kringel am Ende der Rute. Steil und über dem Rücken getragene Rute.