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Rassestandard
Der
FCI-Rassestandard des Podenco Canario
Der
Rassestandard des Podenco Canario wurde in den achtziger Jahren von einer
auf Gran Canaria ansässigen Gruppe von Zuchtrichtern der Real
Sociedad Canina de España, des nationalen Rassehundezuchtverbandes von
Spanien ausgearbeitet und von Zoologen der Universität Córdoba
redigiert. Am 24. Juni 1987 wurde er durch die FCI-Generalversammlung in
Jerusalem in Kraft gesetzt.
Er
zeichnet insgesamt ein sehr zutreffendes Bild der Rasse. Der "kurze
geschichtliche Abriss" enthält allerdings einige spekulative
Behauptungen, die ebenso wenig beweisbar sein dürften wie ähnliche
Legenden über die anderen mediterranen Rassen.
________________________________________
FCI-Standard
Nr. 329 / 03. 11.
1999/D
ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud & Prof.
Quaritsch.
URSPRUNG : Spanien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-
STANDARDS:
24. 06. 1987.
VERWENDUNG : Der Podenco Canario wird zur Kaninchenjagd
gebraucht und passt sich vorzüglich unter Verwendung seiner hervorragenden Nase, seines Auges und seines Ohres an die unregelmässige
Bodenbeschaffenheit an. Er erträgt ohne weiteres die Hitze und ist im
Stande, vom Morgengrauen an bis zum Einbruch der Nacht zu jagen.
Dank seines Geruchsinnes und seines Gehörs kann er das Vorhandensein von
Kaninchen in der Tiefe der natürlichen Bodenspalten, in den Mauerritzen,
in den Steinhaufen längs der gepflügten Felder, in den rohrartigen Gängen
vulkanischer Herkunft und in stacheligen Sträuchern feststellen.
Sein aussergewöhnliches Überleben verdankt der Podenco Canario
zweifellos seinen jagdlichen Fähigkeiten, welche ihn über Jahrhunderte
zu einem unentbehrlichen Helfer gemacht haben.
Er ist in erster Linie ein Fährtenhund, der während der Nasenarbeit
weder bellen noch die Beute greifen soll.
Er eignet sich auch zur kombinierten Jagd mit Frettchen, eine auf den
Inseln erlaubte Jagdart. Er fängt normalerweise die Kaninchen im Fang.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 7 Urtyp, Hunde zur jagdlichen Verwendung. Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Auf den kanarischen Inseln,
seiner Heimat, ist er unter dem Namen Podenco Canario bekannt. Er ist auf
allen Inseln zahlreich vertreten, ganz besonders auf den grösseren, den
Inseln Gran Canaria und Teneriffa.
Der Podenco Canario ist ein Hund altägyptischer Herkunft, der
wahrscheinlich von den Phöniziern, den Griechen, den Karthagern und auch
von den Ägyptern selbst in die kanarischen Inseln eingeführt worden ist.
Er ist eine der ältesten noch existierenden Rassen, deren Spuren
(Zeichnungen, Statuen, Basreliefs) zahlreich in den Pharaonengräbern
und in den Museen wie im Louvre oder im Britisch Museum vertreten sind.
Die Rasse ist ca. 7000 Jahre alt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Es handelt sich um einen Hund
mittlerer Grösse, von länglichem Körperbau, schlank, leicht gebaut und
äusserst widerstandsfähig. Das Knochengerüst ist gut entwickelt. Das
Fehlen jeglichen Unterhautfettgewebes erlaubt es, das Relief des
Rippenkorbes, die Wirbelsäule und die Hüftknochen zu erkennen. Die
Muskulatur ist in hohem Grade entwickelt, trocken. Die Muskelkontraktionen
sind durch die Haut sichtbar.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Etwas länger als hoch. Brust gut
entwickelt, reicht jedoch nicht bis zur Höhe der Ellenbogen. Fang etwas länger
als der Schädel.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Mutig, nervig, unruhig,
feurig und dynamisch, imponierend, aber keineswegs aggressiv. Seinem Herrn
bedingungslos ergeben, verrichtet er unentwegt und ohne Anzeichen von Müdigkeit
die härteste Tagesarbeit.
KOPF : Länglich, in Form eines Kegelstumpfes, in guter
Proportion zum Körper, mittlere Länge 21 - 22 cm. Oberkopf- und Nasenrückenlinien
verlaufen parallel.
OBERKOPF :
Schädel : Länger als breit, flach, mit vorstehendem
Hinterhauptstachel.
Stop : Wenig ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Breit, fleischfarben, farblich mit dem Haarkleid übereinstimmend,
Nasenlöcher mässig geöffnet.
Fang : Breit und vorstehend, in Form eines Kegelstumpfes,
fleischfarben, mehr oder weniger dunkel je nach Farbe des Haarkleides.
Lefzen : Fein und straff, farblich mit der Nase übereinstimmend.
Kiefer / Zähne : Scherengebiss, perfekt schliessend, gut
entwickelt.
Augen : Klein, schrägstehend, mandelförmig. Bernsteinfarben,
heller oder dunkler, je nach Farbe des Haarkleides. Der intelligente Blick
strahlt Adel aus.
Ohren : Ziemlich gross, bei Aufmerksamkeit aufgerichtet und leicht
abstehend; in der Ruhe fallen die Ohren nach hinten; am Ansatz breit, nach
oben zugespitzt.
HALS : Muskulös, gerade, Haut glatt und ohne Wamme, biegsam
und rund.
KÖRPER :
Rücken : Kräftig, gut bemuskelt, zum Rennen und zur Jagd
geeignet.
Lenden : Länglich.
Kruppe : Hüftknochen sehr kräftig, besonders sichtbar bei mageren
Tieren und während der Jagdsaison.
Brust : Das Brustbein steht nicht vor. Die gut entwickelte Brust
reicht jedoch nicht bis zur Höhe der Ellenbogen. Rippen oval. Der
Brustumfang misst 5 bis 8 cm mehr als die Widerristhöhe.
Untere Profillinie und Bauch : Aufgezogen, aber nicht so sehr wie
beim Galgo. Flanken gut markiert.
RUTE : Relativ tief angesetzt, in Fortsetzung der Kruppe.
Rundlich in der Form reicht sie nur wenig tiefer als bis zum Sprunggelenk.
Hängend oder sichelförmig getragen. Spitz zulaufend, meistens mit
weissem Ende. Nie gerollt. Sie soll in der Aktion nicht zu hoch getragen
werden.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Stellung absolut senkrecht, gerade und parallel.
Knochenbau schlank, aber kräftig, Katzenpfoten, im allgemeinen leicht
ausdrehend. Fussballen fest, ovaloid.
Winkelungen : Schulter-Oberarm-Winkel ca. 110°,
Ellenbogen-Winkel ca. 140°.
HINTERHAND : Senkrecht und gerade, kräftig, gut bemuskelt.
Sprunggelenk ziemlich hoch (gegen 18 cm vom Boden entfernt). Katzenpfoten,
ganz gerade gestellt; Fussballen fest, oval. Keine Wolfskrallen.
Winkelungen : Hüft-Oberschenkel-Winkel ca. 110°,
Knie-Winkel ca. 120°,
Sprunggelenks-Winkel ca. 130°
GANGWERK : Im Trab weit ausgreifend, beflügelt und sehr
leicht.
HAUT : Straff und faltenlos am Körper anliegend.
HAARKLEID
HAAR : Glatt, kurz und dicht.
FARBE : Rot mit weiss bevorzugt, wobei das Rot von Orange bis
Dunkelrot (Mahagoni) reicht. Alle Kombinationen dieser zwei Farben.
GRÖSSE :
Widerristhöhe : Für Rüden : von 55 bis 64 cm, für Hündinnen:
von 53 bis 60 cm.
Die Widerristhöhe kann sich jedoch je nach der Bodenbeschaffenheit der
Gegend, wo der Hund lebt und jagt, ändern. Abweichungen von 2 cm über
das Maximal- und unter der Minimalhöhe sind deshalb zulässig, sofern die
Tiere dem Grundtyp der Rasse entsprechen.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte.
SCHWERE FEHLER :
Allzu breiter Kopf.
Stop zu sehr ausgeprägt.
Hängende Lefzen.
Fehlen von Prämolaren.
Prognathismus.
Zu stark nach aussen stehende Ohren.
Flachrippigkeit.
Vorstehendes Brustbein.
Eingerollte Rute.
Tiefgestelltes Sprunggelenk, Kuhhessigkeit.
Kreuzen der vorderen oder hinteren Extremitäten in der Bewegung
Aggressives Verhalten.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
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